2018-2020 Sanierung und Aufstockung eines Wohngebäudes in Wien 21

Bestand vor Umbau

Lage

Projektbeschreibung

 

An der Brünner Straße, einer der großen Wiener Ausfallstraßen Richtung Tschechien gelegen, soll ein zweigeschossiges Mietswohnhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Grund auf saniert werden, zeitgemäße Wohnungsgrundrisse geschaffen, im Rahmen der konstruktiven Möglichkeiten und den zulässigen Bebauungsbestimmungen aufgestockt und an einen zeitgemäßen technischen - funktionalen Wohnhausstandard herangeführt werden. Da das Gebäude teilweise bewohnt ist, müssen alle Bauarbeiten bei laufenden Mietverträgen und durchgehender Benutzbarkeit der Wohnungen durchgeführt werden.

Die Baumaßnahmen werden unter Zuhilfenahme von öffentlichen Fördermitteln realisiert.

 

Folgende Baumaßnahmen werden durchgeführt:

· Hausseitige Erhaltungsarbeiten: neuer Bodenkanal, Trockenlegung Kellermauerwerk, neue Steigleitungen, etc…

· Hausseitige Verbesserungsmaßnahmen: Einbau eines behindertengerechten Lifts, Herstellen eines Kinderwagen-, Fahrradabstell- und Müllplatzes, Einbau von Schallschutzfenster, Thermische Gebäudesanierung, Herstellung von barrierefreien Zugängen zu allen Wohnungen, Installation einer neuen zentralen Heizungsanlage im Kellergeschoß, etc…

· Wohnungsseitige Verbesserungen: Umbau von bestandsfreien Wohnungen in Kategorie A-Wohnungen (Lt. Mietrechtsgesetz) unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit („Anpassbarer Wohnbau“), etc…

· Schaffung von neuem Wohnraum durch Dachgeschoßausbau des Hoftrakts

· Schaffung von neuem Wohnraum durch Aufstockung des Straßentrakts um zwei zusätzliche Wohngeschoße.

 

Konstruktion:

Obwohl die gültigen Bebauungsbestimmungen eine höhere Aufstockung des Straßentrakts erlauben würde, wurden auf Grund von statisch-konstruktiven Überlegungen nur zwei zusätzliche Vollgeschoße auf den Altbau gesetzt. Die vorhandenen Ziegel-/Mischmauerwerksfundamente erlaubten nur eine Ausführung der neuen Feuermauern in Massivbau. Der Rest des Neubaus wurde in Leichtbauweise (Holzriegelbau) ausgeführt.

 

Straßenansicht:

Auf Grund der vorhandenen, stark gegliederten Straßenansicht wird hier auf die Aufbringung eines Wärmedämmverbundsystems verzichtet. Das obere Hauptgesims bleibt erhalten, der bestehende Dachstuhl wird abgetragen und durch zwei neue Vollgeschoße in Holzriegelbauweise ersetzt.

Um die Trennung zwischen vorhandenem Alt-/Massivbau und Neubau zu verstärken, wird ein durchgehendes Fensterband als Trennung vorgesehen, dass im Bereich von Trennwänden mit Blindelementen aus emaillierten Gläsern ausgestattet wird.

Material und Farbe der beiden Bauteile unterscheiden sich deutlich.

 

Haustechnik:

Im Kellergeschoß wird ein neues, zentrales Gasbrennwertgerät vorgesehen an dem zwei Pufferspeicher gekoppelt sind. Solarpaneele am Flachdach des Straßentrakts versorgen die beiden Speicher mit Sonnenenergie. In den neuen Wohnungen werden Übergabestationen montiert zur dezentralen Versorgung und Abrechnung des Warmwasser- und Heizbedarfs.

 

Wohnnutzfläche: 875 m²

Statik:                            Fröhlich&Locher und Partner ZT GesmbH

structural engineers             A-1070 Wien, Schottenfeldgasse 78

 

Bauphysik:                     Hamp-Armbruster Bauphysik OG        

structural physics               A-2441 Mitterndorf/Fischa, Lagerstraße 7