2007-2010 Villa Plus +

Umbau einer Jahrhundertwende-Villa samt Zubau Wellnessbereich, Mödling-A

Bestand vor Umbau

Projektbeschreibung

 

Das Grundstück mit seiner steilen, nach Nord-Ost orientierten Hanglage, bildete in Verbindung mit der stark befahrenen Bundesstraße die wesentlichste Entwurfsvorgabe. Das Projekt gliedert sich in zwei Bauteile:

Die ehemalige Villa des Malers Rudolf Hausner liegt repräsentativ auf einer Anhöhe, eingebettet in die Parklandschaft des Grundstücks, am Rande eines bestehenden Schwarzkiefernwaldes, und dem neu errichteten Wellnesstrakt, der direkt an die Villa anschließt.

  

Villa:

Der bestehende Altbau blieb in seiner Grundstruktur erhalten, er wurde generalsaniert, teilweise umgebaut und das Dachgeschoß ausgebaut.

Die Fassade mit ihren Zierelementen wie Pilaster, Säulen und Giebelkonstruktionen, samt dem von Rudolf Hausner geschaffenen Adam-Kopf im gartenseitigen Tympanon blieben als Zeitdokument in ihrer Architektursprache unverändert erhalten. Lediglich alle Fensterelemente wurden getauscht und sind als zeitgenössische Intervention erkennbar. Sie sind wie Bilder, entsprechend ihrer funktional richtigen Lage im Raum, an die Fassade gehängt. In den breiten Fensterrahmen aus pulverbeschichteten Alublechen sind Sonnen- und Insektenschutzrollos integriert.

Vor dem Wohnbereich im Erdgeschoß befindet sich die neu errichtete Gartenterrasse - das Tableau - mit dem von einer Pergola überdachten Sitzplatz, einem offenen Kamin, dem Wasserbecken und einer Außenstiege zum Begehen des Sonnendecks auf dem Wellnesstrakt. Mit seiner horizontalen Geometrie und der leichten Überhöhung zum anschließenden Gelände, artikuliert sie eine klare Abgrenzung zu der daran anschließenden, landschaftlich gestalteten Parkanlage mit seiner ausgeprägten Hanglage. Begrenzt wird diese Geometrie durch eine Umrandung aus Betonfertigteilen, die bei Dunkelheit durch eine indirekte Beleuchtung betont wird. Als dreiseitig umlaufende „Klammer“ rahmt er das neue Ensemble aus Alt- und Neubau. An der Südecke des Tableaus schließt ein Schwimmbiotop an, das die Entwurfsgeometrie fortführt.

Das gesamte Gebäude wurde bei seiner Erbauung Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Burgruine Mödling ausgerichtet. Der neue Entwurf nimmt dieses Thema wieder auf.

Im Gegensatz zur damaligen Villentypologie, die das Hauptgeschoß von der sie umgebenden Landschaft absetzt, versucht das neue Entwurfskonzept durch Anheben des Gartenniveaus (Tableau), durch die winkelförmige Anordnung des Neubaus zum Altbau und durch große, öffenbare Glaselemente einen fließenden Übergang zwischen Außen- und Innenraum zu erzielen.

 

Wellnesstrakt:

Der Neubau kann sowohl direkt vom Vorplatz, als auch über eine kleine Brücke von der Diele des Altbestandes her betreten werden. Die Nahtstelle zwischen Alt- und Neubau ist in Form einer Glaskonstruktion an Wand und Decke ausgebildet. Im Innenraum wird sie fortgesetzt durch einen Deckenschlitz gleicher Dimension, der Tageslicht durch eine perforierte Metalllamellenkonstruktion in die Kellerräume des Altbestandes eindringen lässt.

Die Tragstruktur aus Stahlbeton kragt weit über das zur Bundesstraße steil abfallende Gelände. Eine transluzente, gefaltete Glasfassade bildet an drei Seiten die Außenhaut. Dadurch erinnert der Baukörper bei Dunkelheit an einen glimmenden Lampion. Zur Gartenterrasse rahmt ein Metallbügel (an der Südseite frei in die Landschaft auskragend) die Glasschiebetüren vor dem Schwimmbecken (Süd-West Fassade). Er erlaubt das Parken der Schiebetüren im geöffneten Zustand.

Das begrünte Flachdach besitzt ein windgeschütztes Sonnendeck, erreichbar über eine Außentreppe. Der Wind- und Sichtschutz (zur Straße hin) wird hier durch eine mit Lärchenholzbrettern verkleidete Wand gewährleistet.

Der Wellnesstrakt definiert in Verbindung mit der bestehenden Villa und der als Tableau ausgebildeten Grünfläche einen intimen Freibereich. Seine Lage auf dem Grundstück macht ihn auch zu einem Sicht- und Lärmschutzbauteil gegenüber der Bundesstraße.

 

Haustechnik:

Das Bestandsgebäude ist mit einer zentralen Wohnraumlüftung ausgestattet Zusätzlich wurden Kühldecken eingebaut. Über ein Luftansaugregister unter dem Tableau wird die Zuluft vorkonditioniert. Im Neubau ist eine Klimaanlage mit Luftentfeuchtung installiert.

 

 

Statik:                          Fröhlich & Locher Zivilingenieure GmbH

     Schottenfeldgasse 78, 1070 Wien

 

Bauphysik:                   DI. Walter Prause

 

Gebäudetechnik:           Die Haustechniker GmbH, Technologiepark 10, 8380 Jennersdorf

                                                               

Landschaftsplanung:     Maria Auböck und János Kárász

     Bernardgasse 21, 1070 Wien